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Kirche von Schlagsdorf

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Die Kirche in Schlagsdorf zählt zu den ältesten in Norddeutschland. Wann sie erbaut wurde, konnte mit Bestimmtheit nicht ermittelt werden. Nach Krüger wurde sie als turmlose Hallenkirche Ende des 12. Jahrhunderts im Übergangsstil begonnen, Anfang des 13. Jahrhunderts eingewölbt und fertiggestellt. Ende des 15. Jahrhunderts in später Gotik wurde sie um einen Chorraum erweitert, im 17 Jahrhundert ein spätmittelalterlicher quadratischer Turm vorgebaut, alles als Backsteinbau.

Der Altar stammt aus dem Jahre 1641 von dem gleichen Künstler, der den Holzaltar des Ratzeburger Domes schuf. Aus jener Zeit stammt auch die Sage von der Herzogslinde in Schlagsdorf, die schon Heinrich der Löwe gepflanzt haben soll. Es wird erzählt, daß die Materialien zum Kirchenbau hauptsächlich von einem Schimmel herbeigefahren wurden, der aber als folge der großen Anstrengung sein Leben hat lassen müssen und zum Dank für seine Treue unter der Linde begraben worden ist.

Keine Sage ist, daß im Jahre 1518 der Herzog Magnus von Sachsen die Schlagsdorfer Bauern unter die Linde berief, damit sie seine Herrschaft anerkennen sollten. Am 07. Oktober hält er unter der Linde auf dem Kirchhof Landgericht. Auch später wird die Linde als Platz für Zusammenkünfte erwähnt, und 1589 wird angeordnet, daß dort ein Pfahl zum Anschließen der zu Kirchenstrafen Verurteilten aufzurichten sei.

1970/71 wurde bei Renovierungsarbeiten in der Kirche ein Torso des gekreuzigten Christus gefunden, der wahrscheinlich schon aus der Zeit um 1450 stammt. Sehenswert in der Schlagsdorfer Kirche ist auch der St. Georgs – Leuchter, eine aufrecht stehende Jünglingsfigur, angetan mit Brust- und Beinpanzer, lockiges Haupt, in der rechten Hand ein Schwert schwingend, mit der linken die Zunge eines ihm zu Füßen liegenden Drachen haltend. Eingerahmt ist das Ganze von den Geweihstangen eines kapitalen Rothirsches. Außer dem Geweihleuchter besitzt die Kirche noch zwei schöne Messingkronleuchter aus dem 17. Jahrhundert.

Eine besondere Sehenswürdigkeit der Schlagsdorfer Kirche sind ihre Glocken. Ursprünglich gab es vier, aber eine kleine Betglocke mußte im Ersten Weltkrieg abgeliefert werden und wurde für die Herstellung von Kanonen verwendet. Die anderen drei konnten wegen ihres kunsthistorischen Wertes erhalten werden. Die größte ist von Lothringern Glockengießern, die sich in Lübeck niedergelassen hatten, im Jahre 1649 vor der Schlagsdorfer Kirche gegossen worden. Die zweitgrößte Glocke stammt aus dem Jahre 1578 und ist am oberem Rande reich verziert und mit Inschriften versehen. Die kleinste Glocke ist die älteste und zugleich auch die mit der interessantesten Geschichte.

Sie stammt aus dem Jahre 1559, wurde in Rußland gegossen und vom Jurat der Schlagsdorfer Kirche von einem Lübecker Kaufmann 1617 erworben. Die Art und Weise, wie dieser in ihren Besitz gekommen war, ist sehr abenteuerlich. In Groß Nowgorad in Rußland war im Jahre 1541 die „40 Märtyrerkirche“ durch ein Großfeuer zerstört worden. Sie wurde wieder errichtet und für den Neubau 1559 die spätere Schlagsdorfer Glocke gegossen. Elf Jahre später ließ Iwan der Schreckliche alle Kirchen und Klöster in Nowgorad plündern. Lübecker Kaufleute, die dort Handelsniederlassungen hatten, haben vermutlich den plündernden Soldaten zwei neue Glocken abgekauft und per Schiff nach Lübeck gebracht. Von dort konnten sie später in das nahegelegene Schlagsdorf. Auf dem Transport dorthin zerbrach die zweite gekaufte russische Glocke. Sie wurde bei der Herstellung der großen Glocke im Jahre 1649 mit eingeschmolzen. Und so läutet die russische Glocke seit dem Jahre 1617 in Schlagsdorf mit den beiden anderen Glocken zu kirchlichen Anlässen.

Eine große Besonderheit besitzt die Schlagsdorfer Kirche noch in ihrer alten Kirchenuhr, die wohl eine der ältesten funktionstüchtigen Turmuhren im norddeutschem Raum ist. Sie wurde schon 1587 vom ersten evangelischen Pastor in Schlagsdorf Johann Deling in seinem Kirchspielbuch erwähnt. Auf jeden Fall ist die reizvolle Dorfkirche von Schlagsdorf einen Besuch, der jeden Kenner beeindrucken wird, wert.


 
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