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Kirche zu Demern

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Eine Sehenswürdigkeit des Ortes ist die mittelalterliche Kirche in der Dorfmitte. Das älteste Ausstattungsstück ist eine einfache Granittaufe aus dem 13. Jahrhundert, ansonsten ist aus dieser Zeit nur der frühgotische Chor erhalten. Um 1400 erhielt die Kirche den Altar und Kreuzigungsgruppe. Das spätgotische Schiff mit Turm wurde 1480 erbaut. Der zu dieser Zeit erbaute Teil soll einer Sage nach aus den Trümmern des Schlosses von Röggelin erbaut worden sein. Dieser Teil und auch der Chor wurden 1611 nochmals verändert (Renaissanceumbau). Aus spätgotischer Zeit stammt der Fachwerkturm. Die Tauffünte ist von 1699 und die Kanzel von 1715. Die Orgel wurde am 16. November 1841 eingebaut. Ein einheitliche Farbgestaltung der gesamten Kirche wurde 1862 durchgeführt.
Bronzeglocken:
Wurde von Hirt in Lübeck gegossen. Haube und Schlagring werden vom bekannten Spitzmuster geschmückt. Auf der einen Seite in Lapidarschrift:
GOTT GEBE ALLEN, DIE DIESE GLOCKE HÖREN, HEIL UND FRIEDEN,
auf der anderen Seite:
DIESE GLOCKE IST AUF KOSTEN DER GEMEINDE IM JAHRE CHRISTI MDCCXXVII IN LÜBECK GEGOSSEN, ALS GEORG DER ERSTE REGIERENDER GROSSHERZOG VON MECKLENBURG STRELITZ WAR,
darunter zwei Palmenwedel.

Die Kirche in Demern
Der mittelalterliche Backsteinbau besteht aus einem frühgotischen, ehemals gewölbten Chor (Anfang des 13. Jahrhunderts) mit Gerbekammer und einem gleich breiten spätgotischen Schiff von 1480 mit Balkendecke. Westlich ist ein geböschter, mit Brettern bekleideter Fachwerkturm in spätgotischer Zeit vorgebaut.
Baugeschichte:
An einen frühgotischen Chor wurde 1480 von Bischof Johannes von Pakentin ein spätgotisches Schiff mit Turm angebaut, nach Überlieferung unter Benutzung der Trümmer des Raubschlosses in Röggelin. Um das Jahr 1611 erfolgte durch den Domdechanten Hartwich von Bülow ein Renaissancumbau: der Chorbogen und das Gewölbe im Chor wurde herausgenommen, breite, rechteckige Fenster eingebrochen, Gestühl hergestellt, im Äußeren die Nord -und Ostseite geputzt (und wahrscheinlich bemalt), der Ostgiebel ergänzt, das Dach der Gerbekammer erneuert, die Turmkonstruktion verstärkt.
Äußeres:
Der ältere Chorteil hat an den beiden Ostecken Strebepfeiler mit Putzdach, die nicht über Eck gestellt sind, sondern nach Osten stark, nach den beiden Langseiten nur wenig nach Lisenart vortreten. Ein Sockelgesims ist etwa 1 1/2 m Höhe über heutigem Erdboden, bestehend aus zwei Flachschichten, jede mit einem Viertelwulst, läuft sich zwischen den Strebepfeiler tot. Das ursprüngliche spitzbogige Fenster an der Ostseite ist bei dem Umbau 1611 zu einem flachbogigen - wie an den Langseiten - umgeändert, heute sind beide wegen der Orgelempore im Osten zugemauert. Das steile Giebeldreieck ist durch fünf mit der Schräge wachsende, breite Blenden gegliedert, die drei mittleren haben noch den ursprünglichen stumpfen Spitzbogen. Die Giebelschräge war verstümmelt und hat nicht mehr die alte Breite wieder erhalten, die beiden äußeren Blenden sind bei der Renovierung 1611 mit Flachbogen, die breiten Fialen an Traufe und der Giebelspitze mit Rundbogen geschlossen worden. An der Südseite ging das ehemalige spitzbogige schmale Fenster bis auf den Sockelabsatz herunter. Auch an der Nordseite war ein Spitzbogenfenster, beide sind zu breiten flachbogigen Renessancefenstern verbreitert und gekürzt.
Gerbekammer:
Die Gerbekammer liegt an der Dorfstraße abgewandten Südseite am Zusammenschluß von Chor und Schiff, sie hatte ehemals ein steileres Satteldach; das heutige Giebeldreieck und die mit Sima profilierte Traufe entstammen der Renaissancezeit. Der spätgotische Westteil ist durch je drei Strebepfeiler mit Putzdach gegliedert; an der Südseite ist noch ein kleines hochsitzendes Spitzbogenfenster erhalten, ein zweites ist in der Ausmauerung noch zu erkennen. Das Profil ist zweimal abgetreppt mit Fase und Halbkriesstab, der jedoch nur Innenseite durch kleine Hohlkehle losgelöst ist. An der Süd- und Nordseite sind später je ein größeres Renaissancefenster eingebrochen. Das Westportal ist mit Fasenprofil zweimal abgetrennt, der innere Bogen über dem Durchgang ist ein Halbkreis, der äußere erhebt sich zu schlankem Spitzbogen, die Blende darunter ist geputzt. Nord- und Ostseite sind in Renaissancezeit dünn überputzt und wahrscheinlich bemalt. Die nördliche Vorhalle ist modern, die ehemalige Pristerpforte am Chorteil ist dem spätgotischen Westportal angeglichen.
Bretterturm:
Der geböschte Bretterturm ist dem Westgiebel vorgebaut und mit weit überstehendem, allseitig abgewalmtem Kronendach eingedeckt. Bei der älteren Konstruktion ist das Fachwerk an den vier Außenseiten und einem in der Mitte an dem Kaiserstil mit paarweise verdoppelten Andreaskreuzen verstrebt. Bei einer späteren Verstärkung sind große, steilere, einfache Andreaskreuze dazwischen gesetzt.
Dachstuhl:
Aus Eichenholz nach mittelalterlicher Art in jedem Gespärre mit Andreaskreuzen.
Das Innere
Es zeigt im älteren Chorteil an den Wänden (besonders an Nord- und Ostwand) den halbkreisförmigen Schildbogenansatz des ehemaligen Gewölbes, auch die Stärke der ehemaligen Mauer, die mit Bogenöffnung den Chor vom Schiff trennte, ist über der Kanzel noch im Ansatz erhalten. Etwa 3 m über den Fußboden ist ein starker Mauerabsatz vorhanden. In der Ostgiebelwand Hostiennische. Der gemauerte Altartisch ist nach spätmittelalterlicher Art rückseitig hohl. Das Schiff ist ringsum mit Blenden gegliedert, an der Nordseite drei Stück nur 1/ 2 Stein tief, breite Spitzbogenfelder, an der Südseite vier schmale, einen Stein tiefe Flachbogenblenden, an der Westseite neben dem Portal je eine flache Spitzbogenblende. Die späteren Fenstereinbrüche zerstörten das ursprüngliche System. An der Nordseite bei dem früheren Nebenaltar vor dem Triumphbogen eine Nische für Räucherfaß mit dreieckiger Abdeckung. Der Fußboden liegt heute 20 cm unter äußerem Erdbereich; die Decke hat in beiden Räumen nach Abbruch des Triumphbogens Balkenlage mit Bretterbelag.
Der Altar:
Die Rückwand wird durch spätgotischen Flügelschrein gebildet, das Mittelstück zeigt eine Kreuzigungsgruppe mit Maria und Joseph auf den Seiten, daneben unter besonderer Bedachung St. Petrus und Paulus; auf den Seitenflügeln je zwei Heilige, rechts: Katharina und Barbara; links: Magdalena und Elisabeth. Am Altarfuß die Inschrift:
DN: HERMANNUS JENGKEL; PASTOR quondam RAZEBURGENSIS P. D.A.F.B.ANNO 1695
Der Altarschrein wurde 1841 renoviert.
An der Kirchenwand eine Kreuzigungsgruppe aus dem Ende des 15 Jahrhunderts. An den vier Kreuzenden das Zeichen der Evangelisten mit ihren Namen.
Die Kanzel in einfachem Renaissancestil. Inschrift: Anno 1715 den 20. November ist diese Kanzel durch milden Gaben gutthätiger Christen Gott zu Ehren aufgerichtet worden. An der Tür: Mit Gott geh aus und ein, Die Lehre halt ganz rein, Den Papst laß nicht hinein, So wird Gott gnädig sein, Euch Lehrer und Gemein.
Außerdem Sprüche und Verse.
Die Taufe:
Geschnitzt in deutschem Renaissancstil, 1699 zur Zeit des Pastor aus Gaben der Gemeinde im Betrag von 20 Mark 8 Schilling angeschafft. Das erhöhte Podest und das sie Taufe umgebende Gehege sowie der Deckel sind verschwunden. In einem Kirchenstuhl sind zwei Holzfiguren: die Jungfrau Maria und ein Heiliger, eingefügt, vielleicht Reste eins früheren Altars. Daneben die Inschrift: P.B. 1749
An einer Bankwange befindet sich Wappen und Namen des Domdechanten mit der Jahreszahl 1611. Um diese Zeit scheint der Renaissanceumbau erfolgt zu sein.
Grabsteine:
Aus Kalkstein Höhe 1,84 m und Breite 1,10 m mit Inschrift:
CIVITATIS RACEBURGENSIS PER 12 ANNOS PASTORE LONGE MERITISSIMO NATO A 1647 D. 17 JUNI DENATO A D 24 JAN. VIDUA MAESTISSIMA GERTRUD HARTEKOPES COGNATIQ RELICTI LAPIDEM HUNC POSUERE.
Am Kopfende ein Doppelwappen; auf dem einen ein Mann, zwischen vier Sternen stehend, Helmschmuck: wachsender Palmenwedel zwischen zwei Hörnern; auf dem andern: ein Herz , aus dem eine Rose zwischen zwei Blättern erwächst. Helmschmuck: drei Palmenwedel. Inschrift:
ALLHIER RUHEN DIE GEBEINE DES SEHL HERRN MARTIN GOLDENER POSSESSORIS DER HIESIGEN SCHLANGENBURG GEBOREN ANNO 1702 DEN 6. AUGUST GESTORBEN DEN 30. MAY ANNO 1736
Kleinkunstwerke:
Leuchter: aus Bronze, gotisch, auf drei Löwenfüßen stehend um 1500, ohne Inschrift, ein weiterer aus dünne Bronze, reich gegliederter Schaft, die Inschrift:
HINRICH LIDENS
Kronleuchter: aus Messing mit einer doppelten Reihe Armen und Inschrift:
DIESER KROHN HAT CONRAD HOLST DER KIRCHEN GESCHENK DEN LIBEN GOTT ZV EHREN ANNO 1725 DEN 24, D S B
Die silbernen Abendmahlsgeräte sind bis auf einen kleinen vergoldeten Kelch vom Jahre 1700 durch Plünderung zuletzt in der Franzosenzeit 1806 verloren gegangen.
Taufschüssel: aus Messing glatt mit Inschrift:
CLAES STOPEL HAT DIS BECKEN VOHR EHRER ZV DER TAVFE ZU DEMEN ANNO 1652
Hölzernes Bettelbrett, bezeichnet: E.L.B.
Die Kirche setzte den Schandpfahl oder das Halseisen als scharfes Zuchtmittel bei Jungvermählten ein, wenn sich herausstellte, daß die "Krone" erschlichen wurde.
Interessant ist das erhaltene Prangereisen / Halseisen an der nördlichen Außenwand der Kirche. "Im Jahre 1711 leistete ein Mann wegen seiner Diebereien Kirchenbuße, . . . .". Mit dieser Kirchenbuße ist das Halseisen gemeint, in das der Sträfling für eine Stunde oder länger eingespannt wurde. War diese unbequeme Krawatte an einen Pfahl angebracht, wurde diese Strafe vom Volksmund "Schandpfahl" genannt. Die Hauptstrafe hierbei waren das Gespött der vorübergehenden Leute und die schikanierende Anteilnahme der Straßenjungen.
Seit 1989 laufen umfangreiche Restaurierungen. In mühevoller Arbeit wurden Schäden behoben und aus der Barockzeit stammende Farbtöne freigelegt und erneuert. Dazu gehören die Kanzel der gotische Altar und das Taufbecken sowie die Wandmalereien, die jetzt wieder im alten Glanz die Kirche schmücken.




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